Nora Woker im Gespräch mit Frank Tost vom Freundeskreis Wiesengrund

Frank Tost, 62 Jahre alt und in Westerfilde zuhause, ist seit Jahrzehnten eng mit der Gaststätte Zum schönen Wiesengrund verbunden. Schon mit seinem Vater hat er dort Zeit verbracht. Heute engagiert er sich mit Herzblut im Freundeskreis Wiesengrund. Gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen sorgt er dafür, dass die traditionsreiche Kneipe lebendig bleibt. Franks Ziel ist es, den Wiesengrund als zentralen Treffpunkt für ganz Westerfilde zu erhalten.

Nora Woker, Quartiersentwicklerin beim Immobilienunternehmen Vonovia, hat mit Frank über sein Engagement im Stadtteil gesprochen.

 

Das Interview

Erzähl doch mal ein bisschen über dich: Wer bist du, und was verbindet dich mit Westerfilde und dem Wiesengrund?

Frank: Ich bin 62 Jahre alt, komme aus Westerfilde und gehöre zum Freundeskreis Wiesengrund. Ich wohne nur rund 300 Meter von der Gaststätte „Zum schönen Wiesengrund“ entfernt. Schon mit meinem Vater habe ich den Wiesengrund besucht, und bis heute bin ich dort mit Freunden regelmäßig zum Kegeln oder zum Abendessen.

 

Was muss man sich unter dem Freundeskreis vorstellen? Seid ihr  ein Kreis von Freunden?

Frank: (lacht) Ganz so simpel ist es nicht. Es gibt eine längere Vorgeschichte. Ursprünglich sollte das Grundstück, auf dem sich der Wiesengrund befindet, verkauft werden. Damit wäre auch der Pächter raus gewesen. Für uns Westerfilder war das ein Schock, denn der Wiesengrund war immer ein zentraler Treffpunkt – mit Kegelbahn, Veranstaltungen und vielen persönlichen Erinnerungen. Also hat Dolf Mehring - ebenfalls langjähriger Westerfilder - eine Bürgerinitiative gegründet, also eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die sich zusammenschließen, um gemeinsam für ein Anliegen einzutreten. Ziel war es, den Erhalt zu sichern. Ich fand die Idee klasse und habe mich den Aktivitäten der Initiative angeschlossen.

 

Wie lief das damals ab?

Frank: Das war schon aufregend. Bis zu 400 Leute sind damals gemeinsam durch Westerfilde gelaufen. Irgendwann kam sogar eine Hundertschaft der Polizei, weil niemand so recht wusste, was da los ist. Schließlich konnten wir dem damaligen Oberbürgermeister Ullrich Sierau unser Anliegen schildern. Er hat sich mit dem Immobilienunternehmen Vonovia in Verbindung gesetzt, und am Ende hat der Vorstandsvorsitzende von Vonovia zugesagt, zu helfen und die Immobilie zu kaufen. So wurde der Wiesengrund gerettet.

 

Und wie ist daraus der Freundeskreis entstanden?

Frank: Nachdem das Lokal gesichert war, hat sich die Bürgerinitiative aufgelöst. Aber viele von uns wollten weiter etwas für den Wiesengrund tun. Daraus entstand der Freundeskreis – kein Verein, sondern einfach eine Gruppe von Menschen, die Veranstaltungen organisiert und den Wiesengrund unterstützt. Heute sind wir etwa zwölf aktive Ehrenamtliche.

 

Was für Arten von Veranstaltungen organisiert ihr denn?

Frank: Da ist vieles dabei: Bingo-Abende, Ausstellungen und sehr oft Livemusik. Erst vor kurzem hatten wir einen irischen Abend – mit Irish Stew und einem Duo, das traditionelle Musik gespielt hat. Wir wollen, dass es vielfältig bleibt. Wichtig ist uns auch, dass die Veranstaltungen für alle erschwinglich sind. Der Eintritt kostet aktuell acht Euro, ein Getränk ist schon inklusive.

 

Wen möchtet ihr mit euren Angeboten erreichen?

Frank: Natürlich die Stammgäste, die den Wiesengrund schon lange kennen, aber auch Menschen, die vielleicht sonst nie herkommen würden. Besonders aus den Vierteln rund um Gerlachweg, Speckestraße oder Kiepeweg möchten wir Leute ansprechen. Der Wiesengrund soll ein Ort der Begegnung für ganz Westerfilde sein.

 

Was wünschst du dir für die Zukunft des Wiesengrunds?

Frank: Dass es so bleibt, wie es jetzt ist. Momentan läuft es richtig gut, die Menschen kommen gern hierher, und das macht uns glücklich.

 

Du gehst bald in Pension. Heißt das, du wirst dich künftig noch mehr engagieren?

Frank: Ich werde auf jeden Fall weiter dabei sein. Aber ich habe auch noch ein anderes Herzensprojekt: das Hospiz St. Elisabeth. Dort möchte ich mich ehrenamtlich engagieren. Das bedeutet aber nicht, dass ich den Wiesengrund vernachlässige – im Gegenteil, er bleibt ein fester Teil meines Lebens.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Frank: Sehr gern.

 

Weitere Infos zur Arbeit des Freundeskreis:

Freundeskreis Wiesengrund

 

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