Neu im NebenAn: Monika Neise bringt Erfahrung und neue Ideen mit
Zwischen Sprachen, Netzwerkarbeit und neuen Begegnungen: Monika Neise stellt sich vor
Seit Kurzem ist Monika Neise das neue Gesicht in der Begegnungsstätte NebenAn und tritt dort die Nachfolge von Julia Fürup an. Die 54-jährige Sozialpädagogin bringt viel Erfahrung aus der Arbeit mit Menschen unterschiedlicher Herkunft mit. Im Interview mit Nora Woker von Vonovia erzählt sie, warum ihr ein wertschätzendes Miteinander besonders wichtig ist, wie sie ihre ersten Wochen in Westerfilde erlebt hat und was sie sich für das NebenAn wünscht.
Monika, stell dich bitte kurz vor: Wer bist du und was hast du gemacht, bevor du ins NebenAn gekommen bist?
Ich komme ursprünglich aus Offenbach in Hessen, lebe aber schon seit mehr als 30 Jahren in Nordrhein-Westfalen und seit 2003 in Dortmund. Ich habe Sozialpädagogik studiert und 2011 bei der Diakonie Dortmund angefangen zu arbeiten. Meine erste Station war das Stadtteilmütterprojekt, ein Modellprojekt des Landes NRW mit den Standorten Bochum und Dortmund. Das ist in Teilen vergleichbar mit der Arbeit der herkunftssprachlichen Elternbegleiterinnen in Westerfilde.
In den vergangenen Jahren habe ich vor allem im Bereich Flucht/Asyl/Migration gearbeitet. Dadurch habe ich viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen kennengelernt. Nach einem Zwischenstop in der Jugendhilfe bin ich nun über die Diakonie Dortmund ins NebenAn nach Westerfilde gekommen.
Was hat dich an der Aufgabe im NebenAn besonders gereizt?
Mich reizt vor allem die Arbeit im Netzwerk. Ich arbeite sehr gerne mit Menschen, die unterschiedliche Erfahrungen und Hintergründe mitbringen. Außerdem bin ich selbst sehr sprachenaffin und spreche fließend Englisch und Französisch.
Vor vielen Jahren habe ich selbst jeweils ein Jahr in England und Frankreich gelebt und gearbeitet. Obwohl ich schon sprachliche Vorkenntnisse hatte, habe ich dort gemerkt, wie groß der Unterschied zwischen dem Lernen einer Sprache und ihrer Anwendung im Arbeitsalltag ist. Wenn man beispielsweise in einem Restaurant arbeitet, braucht man plötzlich Wörter wie „Korkenzieher“, die im normalen Sprachunterricht vielleicht nie vorkamen.
Ich habe damals selbst erlebt, wie verunsichernd Blicke oder ein Augenrollen sein können, wenn man etwas nicht sofort versteht oder nicht perfekt ausdrücken kann. Gleichzeitig hatte ich immer das Privileg, jederzeit nach Hause zurückkehren zu können. Viele Menschen, die fliehen mussten, haben diese Möglichkeit nicht. Diese Erfahrungen helfen mir dabei, mich in Menschen hineinzuversetzen, die in einem neuen Land ankommen und unter einem hohen Erwartungsdruck stehen.
Wie hast du Westerfilde und die Menschen im Stadtteil bisher kennengelernt?
Ich bin beeindruckt davon, wie groß und gut vernetzt die Strukturen in Westerfilde bereits sind. Besonders schön finde ich, dass die Menschen ohne große Hemmschwelle ins NebenAn kommen – auch dann, wenn sie zunächst nur eine Frage haben.
Sehr wichtig ist mir außerdem die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen, die sich hier in Westerfilde stark einbringen und die wissen, was der Stadtteil braucht.
Welche Themen möchtest du in nächster Zeit im NebenAn aufgreifen?
Zunächst möchte ich das Quartier, die Menschen und die bestehenden Angebote noch besser kennenlernen. Gleichzeitig beschäftigt mich das Thema Einsamkeit sehr. Ich kann mir vorstellen, gemeinsam mit den Menschen im Stadtteil neue Begegnungsmöglichkeiten zu entwickeln – etwa für Menschen, die Feiertage allein verbringen, oder für Ältere, die Kontakte für gemeinsame Freizeitaktivitäten suchen. Das sind momentan aber noch erste Überlegungen.
Auch im Zusammenhang mit Flucht und Migration ist es wichtig, Einsamkeit nicht zu unterschätzen. Wer wenig Anschluss und kaum soziale Kontakte hat, ist möglicherweise empfänglicher für Gruppen, die vermeintlich Gemeinschaft und Bestätigung bieten. Deshalb sind Begegnung, Teilhabe und eine gelingende Integration für mich besonders wichtig.
Mit welchen Anliegen können die Menschen zu dir ins NebenAn kommen?
Im Grunde mit ganz unterschiedlichen Anliegen. Ich möchte mich da bewusst nicht zu sehr festlegen. Die Menschen können sich beispielsweise über Angebote im Quartier und in der Umgebung informieren, Kontakte knüpfen oder einfach vorbeikommen, wenn sie nicht allein sein möchten.
Genauso freue ich mich über Menschen, die selbst eine Idee für das NebenAn haben. Wer etwas anbieten, gemeinsam mit anderen umsetzen oder sich im Stadtteil vernetzen möchte, darf mich gerne ansprechen. Das NebenAn soll auch weiterhin ein Ort sein, an dem Menschen zusammenkommen und eigene Ideen einbringen können.
Monika, vielen Dank für das nette und offene Gespräch. Ich wünsche dir alles Gute für deine neue Aufgabe und viele schöne Begegnungen bei deiner Arbeit im Quartier.
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