Von Skepsis zu Stolz: Quartiersentwicklerin Nora Woker erzählt von Westerfildes Wandel

Interview mit Nora Woker von Vonovia

Hallo Nora, mein Name ist Frank Tost vom Freundeskreis Wiesengrund. Ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst, mit mir ein Interview zu führen. Erzähl mir doch zunächst kurz etwas über deine Funktion bei Vonovia.

Ich bin Quartiersentwicklerin bei Vonovia und unter anderem zuständig für die soziale Entwicklung unserer Wohnquartiere in Dortmund. Ich kümmere mich damit auch um den Wohnungsbestand von Vonovia in Westerfilde.

 

Wie war es für Dich, als Du erfahren hast, dass Du nun für den Bereich Westerfilde zuständig bist?

Zunächst einmal ist es so gewesen, dass weder meine Kollegen noch ich damals, vor 10 Jahren, etwas mit dem Ortsteil Westerfilde anfangen konnten. Wir kannten Westerfilde vorher schlichtweg nicht. Ich war neugierig, was uns erwartet.

 

Wie ist es für Dich gewesen, als Du das erste Mal in Westerfilde gewesen bist?

Wir haben uns den Wohnungsbestand im Jahr 2015 erstmals angesehen und viele Herausforderungen auf uns zukommen sehen. Wir haben damals unter anderem Müllberge festgestellt und Schädlinge hatten viel Raum für sich eingenommen Die Häuser wurden lange Zeit nicht mehr richtig gepflegt und instandgesetzt und es war deutlich zu erkennen, dass es sich um einen Wohnungsbestand handelte, der viel Aufmerksamkeit bekommen muss. In einigen Bereichen war es sehr schwer, das Vertrauen der Mieter zu gewinnen, die in der Vergangenheit viele negative Erfahrungen in Zusammenhang mit ihrem Mietverhältnis gemacht hatten.

 

Wie sind die ersten Bürgerkontakte verlaufen?

Weitestgehend zurückhaltend, weil wir eben erst Vertrauen gewinnen mussten.

Ich habe nicht mehr viel im Detail in Erinnerung, aber zwei Begegnungen sind mir besonders mit einem Schmunzeln in Erinnerung geblieben. Ein Bürger aus dem Bereich, hat mir eine Mail geschrieben und mich im nächsten Moment bereits geduzt, obwohl wir uns gar nicht kannten. Das war damals komplett neu für mich und ganz anders als heutzutage.

Eine weitere Bürgerin war bekannt für ihre guten Kontakte in der Politik und bei Journalisten, sodass ich davon ausgehen musste, dass ich, in naher Zukunft, dort auch meinen Platz finden werde. Da hatte ich schon großen Respekt, wenn ich ihren Namen auf meinem Telefon gesehen habe. Heute verstehen wir uns aber zum Glück sehr gut und ich freue mich, wenn sie anruft.

 

Wie hat sich die Situation aus Deiner Sicht geändert?

Wir stehen in engem Kontakt zu unseren Mietern und haben langsam das Vertrauen zurückgewonnen. Die Müllsituation hat sich im Vergleich zu vorher entspannt, die Schädlinge haben sich zurückgezogen und man kann deutlich merken, dass sich die Lebensqualität in Westerfilde verbessert hat. Das liegt sicherlich auch daran, dass wir das Wohnumfeld verbessert, Wohnungen und Gebäude saniert haben und uns auch gemeinsam mit weiteren Akteuren im Veranstaltungsbereich engagieren. Hierzu gehören unter anderem die Festlichkeiten auf dem Marktplatz Westerfilde und die Veranstaltungen beim Freundeskreis Wiesengrund. Aber auch Angebote in unserem eigenen Quartier, wie z. B. der regelmäßige Bouletreff, das Spiel- und Sportmobil und die Workshops im PikoPark, tragen dazu bei, dass man sich als Anwohner im Vergleich zu früher im Quartier wohlfühlen kann..

 

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für dieses Interview.

Nora hat uns aus jedem Jahr seit 2015 ein Foto mitgebracht. Alle Fotorechte liegen bei Vonovia.

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