Gemeinsam für Westerfilde: Wie Helma und Matthias im NebenAn Gemeinschaft gestalten
© Nora Woker
Helma und Matthias engagieren sich im Begegnungszentrum NebenAn
Seit vielen Jahren leben Helma und Matthias in Westerfilde. Was einst mit einer Hausmeisterstelle in der Begegnungszentrum NebenAn begann, entwickelte sich für beide zu einer Herzensangelegenheit. Heute organisieren sie eigene Angebote, bringen Menschen zusammen und engagieren sich mit viel Freude für das Miteinander im Stadtteil.
Im Gespräch mit Nora Woker, Quartiersentwicklerin beim Immobilienunternehmen Vonovia, erzählen sie, was sie an Westerfilde schätzen, wie sie zum NebenAn gekommen sind und warum Gemeinschaft für sie so wichtig ist.
Das Interview
Helma, Matthias, schön, dass ihr hier seid – stellt euch doch einmal kurz vor.
Helma: Ich bin 63 Jahre alt, komme ursprünglich aus Hattingen und lebe seit 1984 in Westerfilde. Mit Matthias bin ich seit 1984 verheiratet. Obwohl ich mich hier sehr wohlfühle, zieht es mich immer wieder nach Hattingen. Dort lebt meine Familie und ich liebe bis heute die Altstadt, die Burg Blankenstein und die schöne Umgebung.
Matthias: Ich bin 1960 geboren und wohne seit 1982 in Westerfilde. Mittlerweile sind wir beide in Rente und haben dadurch mehr Zeit für die Dinge, die uns Freude machen.
Was gefällt euch besonders an Westerfilde?
Helma: Vor allem die Natur. Ich gehe sehr gerne rund um den Rahmer Wald spazieren und mag den Teich dort besonders. Auch der Westerfilder Berg ist immer einen Ausflug wert.
Matthias: Das Umfeld hier ist einfach schön. Viele Menschen sehen das gar nicht auf den ersten Blick, aber wir haben hier unglaublich viel Grün direkt vor der Haustür.
Helma: Außerdem gefällt mir, dass sich in Westerfilde viel entwickelt und man die Möglichkeit hat, selbst etwas mitzugestalten.
Ihr engagiert euch beide bereits seit längerer Zeit im Begegnungszentrum NebenAn am Marktplatz. Wie seid ihr dazu gekommen?
Matthias: Damals wurde für das NebenAn ein Hausmeister gesucht. Ich habe mich beworben und die Stelle bekommen. Von da an war und bin ich Ansprechpartner für Gruppen, Besucherinnen und Besucher und alles, was im Haus anfällt.
Helma: Und über Matthias bin ich dann nach und nach selbst ins NebenAn hineingewachsen. Irgendwann gehörte das Begegnungszentrum einfach zu unserem Alltag dazu.
Nutzt ihr die Angebote im NebenAn auch selbst?
Helma: Ja, sehr gerne. Ich besuche zum Beispiel „Worte und Welten“. Außerdem habe ich schon beim Yoga mitgemacht und an einem Upcycling-Workshop teilgenommen. Dort haben wir aus alten Veranstaltungsbannern Taschen genäht.
Und eine davon hast du sogar verschenkt, richtig?
Helma: Genau. Ich habe meinem Sohn eine Tasche genäht. Ehrlich gesagt war ich vorher etwas unsicher, ob sie ihm gefallen würde. Aber er hat sich riesig darüber gefreut.
Matthias: Ich selbst leite die Spielgruppe im NebenAn, in der Skat und Rommé gespielt werden. Außerdem bin ich Teil der Kochgruppe, die ich gemeinsam mit Saadiye führe.
Helma: Und dort hat Matthias sogar kochen gelernt. Das war früher nicht unbedingt seine größte Stärke. (lacht)
Was ist euer Lieblingsangebot im NebenAn?
Helma: Ganz klar unsere Spielgruppe.
Matthias: Die Idee dazu hatten wir vor etwa vier Jahren im Urlaub und Silke von Begegnung vor Ort hat uns dann dabei geholfen sie umzusetzen.
Helma: Inzwischen organisieren und betreuen wir die Gruppe komplett selbst. Darauf sind wir wirklich stolz.
Was bedeutet euch euer Engagement persönlich?
Matthias: Sehr viel. Durch die vielen Begegnungen habe ich Menschen kennengelernt, mit denen ich sonst wahrscheinlich nie in Kontakt gekommen wäre. Dabei habe ich auch einige Vorurteile abgebaut. Der Austausch mit ganz unterschiedlichen Menschen ist eine große Bereicherung.
Helma: Genau das macht das NebenAn aus. Hier begegnen sich Menschen, die sich sonst vielleicht nie kennengelernt hätten.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir auch die Zeit während der Corona-Pandemie. Damals habe ich dabei geholfen Masken für das Quartier zu nähen. Es war schön, auf diese Weise helfen zu können. Die Dankbarkeit und Anerkennung, die ich dafür bekommen habe, hat mir sehr viel bedeutet.
Wenn ihr einem Besucher einen Ort in Westerfilde zeigen müsstet – welcher wäre das?
Matthias: Ganz klar das Biotop im Rahmer Wald. Erst vor kurzem habe ich dort sogar Nutrias gesehen. Das ist ein wunderschöner Ort.
Helma: Da schließe ich mich an. Die Natur rund um den Rahmer Wald gehört für mich zu den schönsten Ecken in Westerfilde.
Vielen Dank für das Gespräch!
Helma und Matthias zeigen, wie aus einem Begegnungszentrum ein zweites Zuhause werden kann. Mit ihrem Engagement, ihrer Offenheit und ihren Ideen tragen sie dazu bei, dass das NebenAn für viele Menschen in Westerfilde ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Gemeinschaft ist.
Hier geht's zum gesamten Angebot des Begegnungszentrums:
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